energy@schoolJonas Wörrle und Wieland Henschel beim Präsentieren ihrer Wasserkraftschraube in der Eger

Die Projektidee der Härtsfeldschule überzeugt die Initiatoren von „energy@school"

Wenn man Wieland Henschel und Jonas Wörrle zuhört, wie sie über die Erzeugung erneuerbarer Energien fachsimpeln, möchte man meinen, sie seien Studenten der Physik oder ähnliches. Dabei sind die beiden 15-Jährigen Schüler der 9. Klasse der Härtsfeldschule in Neresheim.

Ihr Projekt zum Thema „Erneuerbare Energieerzeugung in der Schule" überzeugte
die Fachjury von „energy@school", einer Energie-Initiative der drei Kooperationspartner Stiftung Kulturelle Jugendarbeit, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und EnBW Energie Baden-Württemberg AG.

Ihre Idee: Mit einer selbst konstruierten Wasserkraftschraube Strom erzeugen. Wichtig war ihnen dabei, ein Strömungskraftwerk zu entwickeln, bei dem im Gegensatz zu einer Wasserschnecke keine Höhenenergie, sondern Bewegungsenergie vonnöten ist. Das heißt, ihre Entwicklung benötigt kein Gefälle, sondern nur Strömung bzw. Fließgeschwindigkeit, eben die Bewegungsenergie des Wassers. Somit könnte das Strömungskraftwerk der beiden auch in Innenstädten und an kleinen Bächen zur Stomerzeugung eingesetzt werden.

Bereits im Vorfeld haben die Jugendlichen in der Jugend forscht-AG ihrer Schule und in ihrer Freizeit viel Tüftelarbeit in die Umsetzung gesteckt. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Joachim Hügler haben sie einen Prototypen konstruiert, der zunächst mit einem Luftstrom funktioniert. Um das Potenzial der Wasserkraft auszuschöpfen, musste der Prototyp nun seine Tauglichkeit im fließenden Gewässer unter Beweis stellen: Durch ein Rohr strömendes Wasser treibt die Rotoren eines Generators an.

Vorgestellt haben die Jungs ihre Konstruktion am Montag an dem kleinen Flüsschen Eger auf dem Grundstück von Christa und Thilo Bauer an der Oberen Schlägweidmühle in Bopfingen-Aufhausen, wo sich auch seit 1997 die weltweit erste produzierende Wasserkraftschnecke befindet. Mit dabei waren auch ihr Physiklehrer Joachim Hügler und Heinz Schmidt, Rektor der Härtsfeldschule, die ziemlich stolz auf ihre Preisträger sind. Wielands und Jonas‘ Einsatz wurde von „energy@school" mit 250 Euro aus dem Fördertopf der Initiative honoriert. Ein Teil des Geldes ist bereits in die Wasserkraftschraube geflossen, mit dem Rest werden die anderen Projekte der Jugend forscht-AG unterstützt, erzählen Joachim Hügler und Heinz Schmidt.

Das Ziel von „energy@school" ist es, Jugendliche für die verschiedenen Energiequellen und insbesondere für den Einsatz erneuerbarer Energien zu sensibilisieren. Zum Beispiel durch eigene Erfahrungen mit Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien, die sie in kreativen Experimenten sammeln und deren Funktionsweisen in praktisch umsetzbaren Projekten genauer unter die Lupe nehmen.

„Das innovative Energieerzeugungsprojekt der Härtsfeldschule Neresheim ist beispielhaft. Denn gemeinsam tragen wir die Verantwortung für unsere Umwelt und für unsere Zukunft. Deshalb sind Klimaschutz und der bewusste Umgang mit Energie wichtige Themen in der Schule", sagt Kultusminister Andreas Stoch und gratuliert den Preisträgerinnen und Preisträgern. „Die Schüler der Härtsfeldschule Neresheim haben gezeigt, wie viel Energie in ihnen steckt. Die Umsetzung ihrer kreativen Idee fördern wir sehr gerne", so Dr. Bernhard Beck, Vorstand der EnBW Energie Baden-Württemberg AG.

Nach der Jurysitzung ist vor der Jurysitzung – „energy@school" geht weiter, kreative Projektideen können noch bis zum 31. März 2016 eingereicht werden.


Die Wasserkraftschraube im Einsatz in der Eger

 

Hintergrundinformationen zur Initiative „energy@school"

Zum zweiten Mal starteten die drei Kooperationspartner Stiftung Kulturelle Jugendarbeit, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und die EnBW Energie Baden-Württemberg AG im Schuljahr 2015/2016 die Energie-Initiative „energy@school". Bis zu 500 Euro Förderung bekommen Schulklassen für die Umsetzung kreativer und nachhaltiger Projektideen und Experimente rund um das Thema „Erneuerbare Energieerzeugung in der Schule". Dabei können die Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf lassen: ob sie mit dem Kettcar in der Pause das Handyakku laden, mit einer Durchlaufturbine Wasserkraft nutzen oder mit Windkraft Lampen im Klassenzimmer betreiben. 5. bis 10. Klassen weiterführender Schulen im Land können bis zum 31. März 2016 ihre Idee einreichen. Das Bewerbungsformular und viele weitere Infos gibt es unter: energy@school.de


(v. l. n. r.) Rektor Heinz Schmidt, Jonas Wörrle, Wieland Henschel und Joachim Hügler