Die wesentlichen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2018 und zukünftige Vorhaben standen im Fokus der Hauptversammlung der EnBW ODR. Begrüßt wurden die zahlreichen Aktionärsvertreter durch den
Aufsichtsratsvorsitzenden Steffen Ringwald. Vorstand Frank Hose ging zu Beginn auf die sich stark wandelnde Energiewirtschaft ein. „Neue Technologien, innovative Geschäftsmodelle, intensiver Wettbewerb und eine Vielzahl an verschärften rechtlichen Regeln erfordern unsere volle Aufmerksam“, betonte Hose mit Blick auf die Energiewende und die fortschreitende Digitalisierung. Der Wandel beschert der ODR neue Märkte: den Ausbau des Breitbandnetzes, den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität und das Vermarkten von Strom aus erneuerbaren Energien. In den nächsten Jahren stehen zahlreiche Konzessionsverhandlungen an. Daher liegt ein weiterer Schwerpunkt der ODR-Strategie darin, Strom- und Gaskonzessionen zu sichern und zu gewinnen.
Das Gebiet der Netzgesellschaft Ostwürttemberg DonauRies GmbH – kurz NGO, ein Tochterunternehmen der ODR – ist laut Hose die Erzeugungsregion für erneuerbare Energien: Derzeit sind ca. 28.000 EEG-Anlagen am Netz. Insgesamt wurden 2018 rund 1.300 GWh Strom ins Netz der NGO eingespeist. Das entspricht etwa 62 Prozent der insgesamt im Netz abgesetzten Energie an Letztverbraucher. Damit hat die ODR-Region laut Hose das Ausbauziel der Bundesregierung für 2035 bereits heute erreicht. Die Vergütung an die Einspeiser betrug 294 Millionen Euro. Einen weiteren wichtigen Baustein beim Ausbau der Erneuerbaren bildet der ODR-eigene Windpark Rot am See im Landkreis Schwäbisch Hall. Aktuell ging dort eine vierte Windkraftanlage ans Netz.
26 Millionen Euro hat die ODR 2018 in die Netzinfrastruktur investiert – davon 14 Millionen Euro in Strom-, 8,5 Millionen in Gas- und 3,5 Millionen in Breitbandnetze. Allein in fünf Umspann- und zwei Schaltwerken wurden Baumaßnahmen begonnen oder fertiggestellt. Außerdem wurden mehr als 130 Kilometer Leitungen verlegt und etwa 100 Trafostationen erneuert oder neu erstellt. Zusammen mit der NetCom BW hat die ODR den gemeinsamen Breitband- und Gasnetzausbau in Bestands- und Neubaugebieten synergetisch und wirtschaftlich vorangetrieben.
In Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels hat die Ausbildung junger Menschen für die ODR einen hohen Stellenwert und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Mit einer hohen Ausbildungsquote von 8,3 Prozent nehme man die gesellschaftliche und soziale Verantwortung in der Region sehr ernst. 2018 stellte die ODR insgesamt 36 Auszubildenden und Studenten aus der Region einen Ausbildungs- oder Studienplatz an dualen Hochschulen bereit. Mit ihrem Modell „Stunden- und Geldspenden" im Rahmen der Aktion „Sehen und helfen" ist die ODR vorbildlich in der Region unterwegs. Der Spendenbetrag in Höhe von 30.000 Euro kommt etwa 25 sozialen Einrichtungen zugute. Auch betriebliches Gesundheitsmanagement wird bei der ODR groß geschrieben. Mit ihren Sponsoringaktionen unterstützt die ODR vor allem die Jugend und das Ehrenamt in der Region.
Als Vorstand war es die letzte ODR-Hauptversammlung für Frank Hose. Zum Jahreswechsel wird er seine Aufgaben als technischer Vorstand nach mehr als elf Jahren an seinen Nachfolger Sebastian Maier übergeben. Frank Reitmajer stellte sich als kaufmännischer Vorstand vor. Diese Funktion bekleidet er seit Anfang dieses Jahres.
Eine wichtige Stütze ist der Energie- und Dienstleistungsvertrieb. Hier hat der Industriekundenbereich die Kundenzahlen in den Segmenten Strom und Gas gesteigert. Im Privatkundenbereich Strom und Gas sind die Kundenzahlen in 2018 ebenfalls leicht gestiegen. Besonders im Privatkundenbereich Gas macht sich laut Reitmajer die Ausbaustrategie der letzten Jahre, verbunden mit dem Breitbandausbau, zunehmend bemerkbar.
Die ODR wandelt sich hin zum Infrastrukturdienstleister und investiert mit Blick auf eine Mobilitätsinfrastruktur nachhaltig in den Ausbau von Ladesäulen. Waren es 2017 13 Ladepunkte für E-Fahrzeuge im Netzgebiet, werden bis Ende 2019 mehr als 90 Ladestationen installiert sein. In 2020 wächst die Zahl auf mehr als 120, freute sich Frank Reitmajer. Gemeinsam mit der NetCom BW unterstützt die ODR auch den Ausbau der Breitbandinfrastruktur: In 2018 wurden die ersten drei Breitbandprojekte für Kommunen abgeschlossen. In 2019 sind bereits elf Projekte beauftragt. Was das Wachstum der NetCom vor Ort betrifft, wird auf dem Gelände der ODR in den nächsten zwei Jahren ein weiteres Gebäude für 150 Mitarbeiter entstehen. Rund acht Millionen Euro werden hier investiert. Die ODR leiste jedoch nicht nur bei der Infrastruktur einen wichtigen Beitrag, sondern schaffe als wichtiger Arbeitgeber auch eine hohe Wertschöpfung in der Region. Zusammen mit den Zahlungen an die Betreiber regenerativer Stromerzeugungsanlagen flossen rund 380 Millionen Euro in die Region.
Neben der Konzessionssicherung stehen in den nächsten Jahren auch der Ausbau der Strom-, Gas- und Breitbandnetze sowie die Direktvermarktung regenerativen Stroms aus regionalen Erzeugungsanlagen im Fokus. Das Dienstleistungsangebot wird ebenfalls wachsen. Auch die Mitarbeiterzahl wird weiter ansteigen: bis 2025 wird die Zahl am Standort zusammen mit der Netcom auf fast 800 verdoppelt.

Daten und Fakten 2018 (Vorjahr in Klammer):
Umsatz: 392,7 Mio. € (401,6 Mio. €)
Bilanzsumme: 391,7 Mio. € (353,8 Mio. €)
Eigenkapital: 115,4 Mio. € (115,4 Mio. €)
Stromnetz: 12.822 km (12.830 km)
Erdgasnetz: 2.085 km (2.009 km)
Investitionen: 28,2 Mio. € (36,0 Mio. €)
Mitarbeiter: 434 (415)